StartseiteGeschichteChronikTermineProjektchorMitgliederTheatergruppeKontaktLinks-Download

Theatergruppe:

Lust mitzumachen?

letzte Aufführungen

Geschichte

Vereinsspenden

letzte Aufführungen:

2018

2017

2016

2015

2014

2013

2012

2011

2010

2009

2008

2007

Allgemein:

Startseite

Impressum

Satzung

Die Wahnsinnskarriere des Dr. X

Komödie von Michael Deppisch

Diese Komödie hatte es in sich. Schon beim ersten Auftritt von Bernhard Gerspach als schlurfender, braver Wärter Schulz der Irrenanstalt, schallten die Lachsalven durch den Gemeindesaal. Er klagte sein Leid, dass die guten Ideen der „kleinen“ Leute nie ankämen. Nur wenn man einen Doktor-Titel hätte, würden die alten aber plötzlich „genialen“ Ideen anerkennend gelobt werden. „Offenbar schalten nur Doktoren das Hirn ein, Menschen wie du und ich würden nur mit anderen Körperteilen denken…“.
Schwester Elsbeth, die Möchtegern-Ärztin mit Entengang, hervorragend gespielt von Christina Klohs, konnte es kaum erwarten, die „Verrückten“ mit zu behandeln. Sie verriet auch gleich, zwar für ein Dummchen gehalten zu werden, dass sie es aber gar nicht sei…
Fernab der Öffentlichkeit hatte die resolute, bestimmende Ärztin, von Simone Müller eindrucksvoll verkörpert, nur ein Ziel: ihr neues Medikament an Menschen zu testen weil es mit den Mäusen nicht geklappt hatte (keine Ähnlichkeit mit der Schweinegrippe natürlich…). Blind vor Energie und dennoch pochend auf ihr Arztgeheimnis verfolgte sie energisch ihr Ziel, ihr neues Medikament zu testen.
Regelmäßig wurde sie aber gestört durch den Besuch des Kommissars, von Sebastian Schmidt gekonnt naiv dargestellt, der das „größte Vertrauen“ in die Fähigkeiten und Führungsstil der Ärztin hatte. Sein erster „Irrer“ den er mitbrachte war Jacky, gespielt von Axel Albiez, der in Zwangsjacke, mit weit aufgerissenen Augen und einem breitem Grinsen im Gesicht vor sich hin stotterte. Das Publikum klatschte tosenden Beifall um diese Mimik und Gestik…
Der nächste „Patient“ war Charles, sooo herzig dargestellt von Markus Flum. Er sah aus wie ein ausgewachsener Gartenzwerg mit grauem Ringbart in Zwangsjacke, oder war es sein philosophisches Aussehen was dem Publikum zu Lachsalven veranlasste. Er ließ sich reimend in seine Zelle einsperren mit so „dummen“ Sprüchen wie „Ich denke, also bin ich“…
Er hatte vieles gemeinsam mit dem Mitinsassen Jacky: auch er war Akademiker, hatte seine Nachbarin umgebracht und die gleiche Mission: schleimende Vorgesetzte zu eliminieren. Deshalb haben sie sich „verrückt“ verhalten um in die Irrenanstalt zu kommen um von dort aus ihre Mission fortsetzen zu können. Schon bald bemerkten die beiden ihre gleichen Ziele und unterhielten sich über Wege, ihre Mission fortsetzen zu können.
Der Wärter Schulz hörte das „Labern“ der Gefangenen und war sich sicher: diese Insassen sind keine Irren. Das würde er der Ärztin aber sagen! Aber die „kleinen“ Leute finden ja kein Gehör… Erst recht nicht bei der Ärztin und dem Kommissar.
Aus Gründe der nationalen Sicherheit, wurde ein weiterer „Patient“ eingeliefert: Paul, gespielt von Hans-Joachim Anders. Er bewies den ganzen Abend ein außerordentliches Stehvermögen. Sein Einlieferungsgrund war sein fehlendes bewusstes Denken. Er hatte zu lange immer nur „Ja ja, genau“ gesagt, ein richtiger Schleimer also, so einer, auf dem es die beiden anderen Insassen abgesehen hatten.
Plötzlich, wie aus dem nichts, erschien die Limo-Verkäuferin, eine Rolle die Patricia Kramer mit vollem Einsatz gekonnt spielte (sie war erst vor wenigen Tage eingesprungen für eine erkrankte Mitspielerin). Sie hatte sich „durch die Kanalisation vom Fußballstadion hierher verlaufen“ und wollte „Cola-Limo-Biehier“ verkaufen.
Nun aber war der Weg nach "Draußen in die Welt" bekannt und so konnten unsere "Irren" ihre Mission nachts unerkannt fortsetzen um am Morgen wieder in der Anstalt zurückzukehren. Dem Staatsanwalt blieb nichts anderes übrig als die beiden zu entlassen da die Verbrechen auch nach der Inhaftierung weitergingen und die beiden somit wohl nicht die Täter sein konnten. Und die Moral der Geschichte? „Alle“ waren besessen von ihre eigenen Vorstellungen, der Einzige, der alles durchschaut hatte und Bescheid wusste, der Wärter, wurde jedoch unisono für „verrückt“ erklärt und eingesperrt.
Eine wirklich irre Geschichte mit tiefgründiger Deutung, vor allem aber: irre gut gespielt vom ganzen Team, das Publikum hat sich köstlich amüsiert. Kompliment!

Zuerst sangen wir 3 Weihnachtslieder: Weihnachtsstern, 't Was nachts in Beth'lems dreven, und Stille Nacht, Heilige Nacht.
Wärter Schulz (Beppo Berspach) und Schwester Elsbeth (Tina Klohs) Die resolute Ärztin (Simone Müller)
Patient Jacky (Axel Albiez, führte ebenfalls Regie) und der Kommissar (Sebi Schmidt) Der zweite Patient, Charles (Markus Flum) wird vom Kommissar eingeliefert
Eingesperrt in ihre Zellen... Der nächste "Fall" wurde eingeliefert, jaja genau: Paul (Achim Anders, führte zusammen mit Axel Regie)
Die Limo-Verkäuferin (Patricia Kramer) verkaufte... Cola, Limo, Bie-hier...
Die Impfaktion beim "willigen" Patient Ärztin: "Hat der Kommissar vielleicht ein Auge auf mich"?
Ich höre nichts, ich sehe nichts, ich sage nichts, ich ... Das ganze Team vollbrachte eine tolle Leistung!


Am 9. Dezember 2009 berichtete die Lokalpresse (Südkurier und Badische Zeitung):


Bad Säckingen

Turbulentes Treiben in der Irrenanstalt

Die Weihnachtsfeier des Rippolinger Gesangvereins „Liederkranz“ vor ausverkauftem Haus war auch in diesem Jahr wieder ein Genuss für Leib und Seele. Und es gab viel zu lachen. Als Auftakt stimmte der Chor unter der Leitung von Hubert Alznauer mit Weihnachtsliedern in die Adventszeit ein. Dem Kindergartenumbau kommt ein Teil des Tombolaerlöses zugute.
Beste Unterhaltung boten die Laienschauspieler mit der humorvollen Komödie „Die Wahnsinnskarriere des Dr. X.“ In gebührendem Abstand, gleichsam auf einem Logenplatz, konnten die Besucher das interessante und turbulente Treiben in dem neu errichteten Sicherheitstrakt der Irrenanstalt mitverfolgen.
Die auftretenden Charaktere hätten nicht unterschiedlicher sein können. Leidenschaftliche Theaterspieler, amüsante Dialoge, Verwirrungen gepaart mit unvermuteten Handlungsabläufen zeichneten das Theater aus.
Regisseur Axel Albiez, erstmalig unterstützt von Hans-Joachim Anders, ist es wieder einmal gelungen, die feinen Nuancen der einzelnen Rollen herauszuarbeiten und in Mimik und Gestik so in Szene zu setzen, dass kein Auge trocken blieb und das Thema „Wahnsinn“ wahnsinnig bei den Besuchern ankam. Sie waren eingebunden in die Frage: „Wer ist eigentlich verrückt?“.

Bernhard Gerspach verkörperte gekonnt den Wärter Schulz, der als einziger die Situation begriff, dem aber niemand glaubte. Dass er am Schluss selbst in der Zelle landete, war nur folgerichtig. Immer wieder erheiternd die übertriebene Unterwürfigkeit gegenüber Vorgesetzten. Mitzuverfolgen, wie Christina Klohs als das „Dummchen“ Schwester Elsbeth mit der Desinfektionsdose bewaffnet, alles wegsprayte, was ihr in den Weg kam, war eine wahre Augenweide. Arrogant, überheblich, scharf kalkulierend und von dem Gedanken besessen, ein Mittel gegen Geisteskrankheiten zu finden, dies war die Rollenbeschreibung für Simone Müller als Ärztin, der sie bis ins Detail gerecht wurde. Ein Meisterwerk der Diagnose die Frage an die Insassen gerichtet: „Wie fühlen wir uns?“
Axel Albiez fühlte sich sehr wohl in der Gestalt des Dr. med. Jacky. In der Ellenbogengesellschaft fand sich der studierte Mediziner nicht zurecht und landete wegen Mordes in der Irrenanstalt. Die Art wie er stotterte war sensationell. Zu den hochkarätigen Insassen gehörte auch Markus Flum als Philosoph Charles. Sein Markenzeichen war, ebenso durch Mord die Welt von unqualifizierten Vorgesetzten zu erlösen. Sinnige Redensarten wie „in einem gesunden Körper wohnt ein gesunder Geist“ waren sein Erkennungszeichen.
Der Dritte im Bunde der Anstalthelden ist Achim Anders als Topmanager Paul. An die Gesetze des Erfolges haltend, ist Jasagen und Schleimen seine Devise. Er glänzt mit stets demselben Statement: „Ja ja, genau“.
Erst 10 Tage vor der Aufführung kam Patricia Kramer ins Team. Sie spielte gerade himmlisch eine witzige charmante Limoverkäuferin, die sich auch in die Klapsmühle verirrt und den Helden den Weg öffnet, weiter unerkannt ihrem blutrünstigen Handwerk nachzugehen.
Auf den Leib geschrieben war Sebastian Schmidt die Rolle eines Kommissars, einer gnadenlos verkommenen Person ohne Rückgrat.
Die Besucher belohnten die Leistung der Laiendarsteller mit häufigem Szenenapplaus und einem großartigen Beifall am Schluss.

Patricia Kramer als witzige Limoverkäuferin versorgt auch die Helden der Irrenanstalt, hier den mordsüchtigen Jacky (Axel Albiez).
Foto: Mark